Dienstag, 19. September 2017

Rezension zu
»Blut & Rache«
von Uwe Alexi



Beschreibung:
Der als Mörder verurteilte Luka Basler wird nach guter Führung frühzeitig aus der Justizvollzugsanstalt entlassen. Sein  Bewährungshelfer vermittelt ihm für einen perfekten Neustart eine kleine Wohnung im noblen Bad Homburg. Er ist von der Läuterung seines Schützlings überzeugt. Außer der Vermieterin dürfte niemand etwas über Lukas Vergangenheit wissen und doch ist sie plötzlich in aller Munde. Als kurze Zeit später im Kurpark ein brutaler Mord verübt wird, eskaliert die ohnehin schon aufgeheizte Stimmung in der sonst so ruhigen und beschaulichen Stadt. Es beginnt eine gnadenlose Hetzjagd. Armin Anders‘ zweiter Fall.“


Als ich zu lesen begann, irritierte mich zunächst der Schreibstil. Wie Uwe Alexi bestimmte Eindrücke und Begebenheiten verstärkte (betonte), störte mich zunächst beim Lesen und ich befürchtete, das mir dieses Buch, im Gegensatz zu seinen Thrillern zuvor, nicht wirklich Spaß und Spannung bringen würde.

Doch dieses Gefühl hielt nicht lange an. Als ich weiter las, verlor ich mich in der Handlung, die grob in erst 2 Handlungssträngen geschrieben ist, die abwechselnd erzählt werden. Bad Homburg meets Afrika könnte man sagen, und das weckte Neugier in mir, da in beiden der jeweils eigene Spannungsbogen präsent ist und hält. Wie beides dann im Verlauf verbunden wird, ist absolut gelungen.

Zu diesem Buch muss man sagen, das es blutiger und bestialischer wird, als der erste Band dieser Reihe, und mir wurde es bei einer Szene schon ganz anders, aber zum Glück sind diese Momente keine Dauerszenen. 

Die Haupthandlung liegt hier auf den Ereignissen die aus den Verbrechen hervorgehen, sprich Wirkung auf die Betroffenen und Ermittelnden (Nachforschenden) und der folgenden Konsequenzen. Und hier macht das Buch wirklich Spaß und ist spannend als auch mal amüsant. 

Ich habe dieses Buch innerhalb von nur 2 Tagen gelesen, eine enorme Leistung, da ich sehr beschäftigt bin zur Zeit, soll bedeuten, es ist so rasant und fesselnd geschrieben, das ich jede freie Minute genutzt habe. Sprich, von Langeweile oder Langatmigkeit keine Spur. 

Wichtig ist auch, dass der Journalist Armin Anders, ab diesen Band 2 der Reihe, der Hauptprotagonist ist, und wohl auch bleiben wird. Diese Idee gefällt mir, und ich finde die Person, als solche, sehr gut herausgearbeitet. Sehe da auch noch Potential, was das Wirkungsfeld angeht, in dem er, in Zukunft, operieren könnte. Besonders mit seinem Kumpel Manfred, dem »IT-Speziallisten«. Bin da noch sehr gespannt.

Insgesamt ist es ein Thriller, der harmonisch geschrieben ist. Die Verknüpfungen der Szenen sind stimmend, und wirken nicht künstlich oder krampfhaft konstruiert. Auch die spirituellen Szenen finde ich in Ordnung, da mit diesen nicht übertrieben wird. Solange niemand von den Toten aufersteht, und es zum Horror wird, darf es meiner Meinung nach in einem Thriller Thema sein. 

Ich denke, so langsam sollten sich die großen Verlage mal mit Uwe Alexi beschäftigen, denn dieser Thriller ist besser, als so einiges, was ich schon, von namhaften Autoren, gelesen habe. 

Trotz anfänglicher Bedenken bekommt dieser Thriller von mir 5 Sterne, denn er hat mir sehr gute und spannende Unterhaltung geliefert. 

Mehr Infos zum Autor findet ihr hier: https://uwealexi.de


Kauft euch das Buch wenn ihr Thriller mögt, es ist jeden Cent wert!


LG Euer Weltenwandler

Donnerstag, 14. September 2017

Rezension zu 
»Ermordung des Glücks«
von Friedrich Ani




Inhalt
Das Glück wird ermordet, als der 11-jährige Lennard Grabbe im kalten Novembermünchen nicht nach Hause kommt und 34 Tage später als Mordopfer aufgefunden wird. Exkommissar Jakob Franck, den man bereits aus Der namenlose Tag kennt, überbringt den Eltern die schrecklichste aller Nachrichten – das Glück verschwindet. Aber auch das Glück anderer, mit Lennard in Verbindung stehenden Personen endet abrupt oder wird ermordet.
Während die Sonderkommission auf der Stelle tritt und die Familie keinen Weg findet, mit dem Verlust umzugehen, vergräbt Franck sich bis zur Erschöpfung in Zeugenaussagen und Protokollen, verbringt Stunden am Tatort und bedient sich seiner speziellen Technik der Gedankenfühligkeit – immer in der Hoffnung, das »Fossil«, den einen ausschlaggebenden Faktor zur Aufklärung des Falls, ans Licht zu bringen. Angetrieben wird er dabei nicht nur von dem Bedürfnis, der Familie zu Klarheit zu verhelfen und so ihre Trauer zu lindern, sondern auch von den schmerzhaften Erinnerungen an die ungelösten Mordfälle seiner Karriere.
Quelle: Suhrkamp / Insel Verlag

Genre: Roman (Kriminal-)
Erscheinungsdatum: 11.09.2017

Nachdem ich im Jahr 2016 »Der namenlose Tag«, dem ersten Fall von Jakob Franck, gelesen hatte, welches das erste Buch von Friedrich Ani für mich war, war ich gespannt auf die Fortsetzung. Der Schreib- und Erzählstil von diesem außergewöhnlichen Autor hatte mich sehr beeindruckt. 

Und auch hier wurde ich schon, nach nur wenigen Seiten, selig. Ani nahm mich sofort mit auf die Reise in Jakob Franck’s Welt. Fast zärtlich, rücksichtsvoll, als könnte der Leser selbst vom Geschehen betroffen sein, wird hier das Drama der Familie Grabbe erzählt, welcher Jakob Franck die Todesnachricht überbringt. Hier werden aber keine »Gaffer« befriedigt, die sich am Leid anderer ergötzen, Gewalt wird hier nicht verwendet um Aufmerksamkeit zu erregen, sondern ist Ursache für pure Traurigkeit.

Dieser Roman stellt die Tragik dar, die uns alle widerfahren könnte, durch den gewaltsamen Verlust eines, uns nahestehenden, Menschen. Wie würden wir reagieren, welche Moralvorstellungen gelten dann noch in unseren Leben, wenn das unfassbare in unser Leben tritt, und ein Jakob Franck uns die Nachricht überbringt, dass unser Kind ermordet aufgefunden wurde.

Im Roman fällt Tanja Grabbe, die Mutter des ermordeten Lennard Grabbe in eine tiefe Depression, was die weiteren Geschehnisse auslöst oder stark beeinflusst. In diese düstere Atmosphäre werden wir Leser geführt, ohne ein Happy End erwarten zu dürfen. Alles was bleibt, ist die Hoffnung nach Gerechtigkeit und das dies dann dazu führt, dass die Familie einen Weg ins Leben zurückfindet. 

Nun überschlagen sich aber in der Geschichte die Ereignisse, durch unerwartete Erkenntnisse und Ereignisse, welche eine Spannung erzeugen, die im Buch von Beginn an, bis zum Ende erhalten bleibt. Niemand der ein Herz in sich trägt, kann sich wirklich diesen Gefühlen entziehen. 

Erleichtert war ich auch, dass das Privatleben von Jakob Franck auch seinen Platz in der Geschichte findet, doch nicht in den Vordergrund gerückt wurde, also nicht zu sehr ablenkte von den zentralen Ereignissen im Fall Lennard Grabbe. Friedrich Ani hat da die ideale Dosis gefunden. 

Der Schluss vom Buch ist auch unerwartet, er machte mir klar, das es Friedrich Ani hier wohl nicht darum geht, einen reinen, klassischen, Krimi zu schreiben. Er erzählt in der Hauptsache, wie Menschen funktionieren unter extremen Situation, wenn sie hart geprüft werden vom Leben. Mit ihren Schwächen und Stärken, auch wenn die Schwächen hier wohl in der Familie Grabbe überwiegen. Die Frage ist, möchte Ani erreichen, dass der Leser das Ganze reflektiert, und auf sein eigenes Leben bezieht. Sich vorbereitet auf Unerwartetes, das schließlich jeden treffen kann? 
Wissen tut man es nicht, aber für mich macht es Sinn. 

Dieses Buch hat mich wieder von Ani überzeugt, die Geschichte ist stimmig, sehr realistisch und wie bekannt fast poetisch und melancholisch erzählt. Ein Markenzeichen von Friedrich Ani. Für Liebhaber von Sprache immer ein Genuss, das nehme sogar ich wahr und lerne durch diesen Autor, die Schönheit des geschriebenen Wortes, zu schätzen.

Dank gilt dem Suhrkamp / Insel Verlag für dieses Rezensions-Exemplar

Mehr Informationen zum Buch findet ihr hier: 



Hier noch der Buch-Trailer dazu:








Dieses Buch bekommt von mir 5 Sterne +

Ein Lese-Highlight für mich 2017

Ich freue mich auch die Lesung am 26.09.2017 hier in Köln, im Rahmen der CrimeCologne:


Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen, ob Krimi-Fan oder nicht!


Für einen kleinen Eindruck, hier noch ein Video mit kleiner Lesung von Friedrich Ani aus dem Buch:







Euer Weltenwandler

Sonntag, 3. September 2017

Rezension zu
»UNDERGROUND RAILROAD«
VON COLSON WHITEHEAD




Beschreibung:
Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.
Quelle: Hanser-Literaturverlage


Erscheinungsdatum: 21.08.2017 
352 Seiten
Hanser Verlag
Fester Einband
ISBN 978-3-446-25655-2
ePUB-FormatISBN 978-3-446-25774-

Zum Buch:
Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, denn seit ich lesen kann interessiert mich das Thema Unterdrückung, Ausbeutung, Rassismus, Apartheid etc. sehr. Ich konnte und kann bis heute nicht verstehen wie wir Menschen miteinander, teilweise, umgehen.

Ich kenne die Geschichte der Sklaverei in den USA Südstaaten, doch Colson Whitehead zeigt mir hier in diesem Buch, mit dem Thema des Fluchtnetzwerkes »Underground Railroad«, einen neuen Teil der Geschichte. Dieses Netzwerk gab es tatsächlich, auch wenn es nicht wie im Buch beschrieben, sich eines unterirdischen Eisenbahnnetzes behalf. Sondern Metaphern des Eisenbahnzeitalters nutzte, wie zum Beispiel »Station« (Unterkunft), »Passenger« (Flüchtender).
Infos dazu findet ihr hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Underground_Railroad

Mit dieser Geschichte wurde mir sehr bewusst, dass diese »Eisenbahnen« bis heute noch fahren und kein Ende abzusehen ist. Denn egal wohin im Buch Cora flüchtet, es gibt immer wieder Rückschläge nach der Hoffnung es endlich geschafft zu haben, und in Freiheit, gleichberechtigt leben zu dürfen.
Wenn wir in unsere heutige Welt schauen, gibt es reichlich Orte an denen Menschen nicht frei und würdig leben dürfen, benutzt, gequält, verfolgt, verletzt und umgebracht werden.
Aber es gibt eben auch weiterhin Menschen, die diese Eisenbahnlinien in Stand halten, und weiter aufbauen.

Colson Whitehead erzählt also nicht nur die Geschichte einer Flucht mit Hilfe der »Underground Railroad« von der Sklavin Cora, sondern spricht den Leser an, sich umzuschauen in unsere Umgebung, unserer Gesellschaft, unserer Welt!
Es zeigt sich in der Geschichte, wenn du einem Menschen Macht verleihst, zeigt sich sein wahrer Charakter. Ob positiv oder negativ, beides wird im Buch dargestellt in verschiedenen Protagonisten.
Das dieses Buch keine fröhliche Unterhaltung ist, brauche ich so nicht mehr weiter erwähnen denke ich.

Colson Whitehead schreibt in sehr verständlicher Sprache, und das ist sehr vorteilhaft, denn so erreicht er mehr Leser, aller Schichten, und nicht nur Literatur-Intellektuelle. Diese Botschaft an die Menschheit, erreicht zumindest alle die lesen können. Der Erzählstil ist typisch amerikanisch, soweit ich das beurteilen kann. Erinnerte mich an Harper Lee, vielleicht auch wegen der Thematik. Ich empfinde es genau richtig geschrieben, auf das Wesentliche konzentriert.
Den Pulitzerpreis für »Fiction« finde ich hochverdient, und finde, es sollte unbedingt für den Literaturnobelpreis in Betracht gezogen werden. Ein sehr guter Kandidat!
Es gab wieder, im Social Media, Stimmen die schrieben, es sei wieder ein Buch das »gehyped« wird.
Ich sage dazu, ja bitte hyped es ohne Ende, denn wir brauchen solche Bücher um über uns, als Menschen, nachzudenken.

Insgesamt finde ich dieses Buch, wie zu erahnen, großartig, auch wenn es komisch ist dieses Wort im Zusammenhang mit dem Leid, das im Buch beschrieben ist, zu verwenden. Doch ist die Geschichte ein Geschenk an jeden mitfühlenenden Menschen und Anstoß die Welt etwas besser zu machen. Beginnen kann jeder in seiner, kleiner, eigenen Umgebung. Auch wenn es abgedroschen klingt.
Wir sollten, wie die Fluchthelfer im Buch, ohne Erwartungen, etwas zurückzubekommen, unseren Mitmenschen helfen, Hoffnung in schweren Situationen zu haben und vielleicht wieder ein Lächeln auf den Lippen zu haben.

Das ist, was ich mitnehme aus der Geschichte und gebe solch einem wertvollen Werk:
Natürlich:

 5 Sterne

Kauft euch dieses Buch, es ist eine Bereicherung für euer Herz und wertvolle Erfahrung für unseren Geist.

Liebe Grüße
Euer Weltenwandler

Am besten kauft ihr es im Buchhandel, hier der Link zum Onlineshop meines Buchhändlers:

 https://bittnerbuch.buchhandlung.de/shop/article/32717155/colson_whitehead_underground_railroad.html
Weitere Informationen zum Buch findet ihr hier:

https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/underground-railroad/978-3-446-25655-2/

Samstag, 2. September 2017



NEUERSCHEINUNG UND LESUNG 
"NIEMALS"
VON ANDREAS PFLÜGER


( 2. BAND DER JENNY AARON REIHE)






ICH FREUE MICH RIESIG AUF DIESE LESUNG HIER IN MEINER HEIMATSTADT.
WER ANDREAS PFLÜGER UND SEINE JENNY AARON REIHE NOCH NICHT KENNT, SOLLTE ES SCHNELL NACHHOLEN.
BEDENKT AUCH, DAS ES BESTIMMT SCHON VORAB-EXEMPLARE DES 2. BUCHES DER REIHE UM JENNY AARON, AUF DER VERANSTALTUNG GEBEN WIRD.

WÜRDE MICH FREUEN, EINIGE VON ZU EUCH SEHEN HIER IN KÖLN.

GANZ LIEBE GRÜßE

Lesung 
und Gespräch

Mittwoch, 27.09.2017, 20:00 Uhr
Sancta-Clara-Keller
Am Römerturm 3 
50667 Köln 

Im Rahmen der Crime Cologne
Andreas Pflüger liest aus seinem aktuellem Thriller Niemals
Moderation: Margarete von Schwarzkopf

Eintritt:
VKK: € 14,-
AK: € 16,-


Inhalt

Jenny Aaron ist eine Polizistin mit überragenden Fähigkeiten. Und sie ist blind. Man drängt sie zur Rückkehr in die geheime Sondereinheit, in der sie früher war. Es wäre wieder ein Leben aus purem Adrenalin. Doch will sie das?Als ihre Vergangenheit sie einholt, muss sie sämtliche Zweifel hinter sich lassen. In Marrakesch wartet der gefährlichste Mann der Welt auf sie. Jemand, von dem viele glauben, dass er nur ein Mythos sei. Aaron erfährt, was er ihr angetan hat. Um ihn zu töten, ist sie bereit, alles zu opfern, was ihr je etwas bedeutete.

Quelle: Suhrkamp/ Insel Verlag


Gepl. Erscheinen: 09.10.2017
fester Einband mit SU, 473 Seiten
ISBN: 978-3-518-42756-9





Andreas Pflüger: »Niemals« (Buchtrailer)







Andreas Pflüger: »Niemals« (Lesung)






MEHR INFOS HIER: http://www.suhrkamp.de/buecher/niemals-andreas_pflueger_42756.html



Wasserspiele




DAS NORMAN-AREAL
von Jan Kjaerstad




Entdeckt habe ich es bei meinem Buchhändler, und freue mich es ab dem 10.09.2017, in meinem Urlaub, lesen zu dürfen. Dazu werde ich hier gerne berichten.
Verlag: Septime Wien
Genre: Roman
Aus dem Norwegischen von Bernhard Strobel
Beschreibung:
John Richard Norman wächst in Oslos denkbar schönster Straße auf: an dem einem Ende befindet sich eine Schokoladenfabrik, am anderen die Segeltuchfabrik »Christiana«, jene Fabrik, die dazumal das Schiff der norwegischen Polarexpedition, die Fram, mit den Segeln ausstattete. In diesem Spannungsfeld, zwischen Süßigkeiten und Entdeckungsreisen, wächst John Richard heran und entwickelt sich zum Inbegriff des qualifizierten, leidenschaftlichen Lesers. Mehr noch: Die Wörter lesen und leben sind für ihn gleichbedeutend. Entgegen der Warnung seiner Mutter, dass es nicht gut sei, wenn man sich zu sehr in die Bücher, in die Fiktion vertieft, verschlingt er Bücher wie andere Schokolade. Dass er letztendlich ein herausragender Verlagslektor bei einem renommierten Verlag wird, dessen Autoren fast immer erfolgreich sind, verdankt er einer Gabe: Er weiß immer, wann ein Buch Schokolade ist und wann ein Segel. 
Als seine Lesefähigkeit unerwartet schwindet – und nicht nur das, denn plötzlich befällt ihn eine schwere Übelkeit, jedes Mal, wenn er ein Manuskript zu lesen beginnt –, sucht John Richard Zuflucht in einem Haus auf einer wenig bevölkerten Insel auf einer Landspitze am Meer. Dort taucht eine fremde Frau auf, in die er sich auf den ersten Blick verliebt, und die große Literatur wird von der großen Liebe in den Schatten gestellt. Oder doch nicht? 
»Dieses Buch handelt von den beiden wichtigsten Dingen im Leben: von der Liebe und von Büchern.«
Jan Kjærstad 
Quelle: Septime Verlag Wien

Samstag, 26. August 2017

Lesung zu "Underground Railroad"
von Colson Whitehead
ausgezeichnet mit dem Pulitzerpreis 2017




Ich habe das große Glück, für die #lesung von #colsonwhitehead am 29.November 2017 hier in #köln, 2 Karten ergattert zu haben.
Wann erlebt man schon einmal einen#pulitzer -Preisträger. 😊😎🤓💪
Ausgerichtet wird die Lesung von der Buchhandlung Klaus Bittner, der Buchhandlung meines Vertrauens.
Mehr zur Veranstaltung findet ihr hier: http://www.bittner-buch.de/events/

Mittwoch, 12. Juli 2017


Rezension zu » die Schatten von Edinburgh« 
von Oscar de Muriel





Genre: historischer Krimi
Verlag: Goldmann

Erscheinungsdatum: 20.02.2017


Beschreibung: 

Edinburgh, 1888. Der begnadete Ermittler Ian Frey wird von London nach Schottland zwangsversetzt. Für den kultivierten Engländer eine wahre Strafe. Als er seinen neuen Vorgesetzten, Inspector McGray, kennenlernt, findet er all seine Vorurteile bestätigt: Ungehobelt, abergläubisch und bärbeißig, hat der Schotte seinen ganz eigenen Ehrenkodex. Doch dann bringt ein schier unlösbarer Fall die beiden grundverschiedenen Männer zusammen: Ein Violinist wird grausam in seinem Heim ermordet. Sein aufgelöstes Dienstmädchen schwört, dass es in der Nacht drei Geiger im Musikzimmer gehört hat. Doch in dem von innen verschlossenen, fensterlosen Raum liegt nur die Leiche des Hausherren ...
Quelle: Goldmann Verlag

Auf meiner Rückreise von Schottland, als wir in Edinburgh halt machten, hatten wir endlich wieder Zugang zum Internet. Natürlich informierte ich mich den den sozialen Medien, was so in der Buchszene passiert. Und wie es der »Teufel« ;) so wollte, erschien mir auf Facebook ein Beitrag, von https://www.zwischen-den-zeilen.com, zu diesem Buch. Schon von der Beschreibung war ich sofort angefixt. Keine 2 Tage habe ich gebraucht um es zu lesen, habe jeden Moment an Freizeit genutzt, denn ich klebte, wegen der Spannung in der Handlung, an der Geschichte. 

Das ein geborener Mexikaner, einen so grandiosen, klassischen und typisch englischen Krimi schreibt (die Handlung spielt um 1888), hätte ich nie erwartet.

Es macht Spaß, die »Feindschaft« die Engländer und Schotten, die der Londoner Inspector Frey und der schottische Ermittler McGray zelebrieren. Das erinnerte mich als Kölner natürlich sofort an unsere » Freundschaft« mit der »verbotenen Stadt« deren Name ich nicht ausspreche (-schreibe) ;).
Also auf deutsch gesagt, die Handlung enthält auch einen guten Teil an Humor.

Da es der zweite schottische Krimi/ Thriller ist, den ich aufgrund meiner Schottland-Reise lese, stelle ich fest, das die Schottland einen starken Hang zur Tradition haben, das zeigt sich in der Art und Weise, wie sie ihre Opfer Töten, ich denke hier an die Hinrichtungsmethoden die auch dem schottischen Nationalheld William Wallace zuteil wurde am 23. August im Jahr 1305. Oder auch Gift ist immer noch beliebt 1888. Also, selbst wenn man Unschuldige tötet, Tradition bleibt Tradition! ;)
Für mich persönlich war es natürlich auch erfreulich, das einige Orte, die ich kürzlich erst besuchte, in dem Buch eine Rolle spielen, besonders der Pub »Ensign Ewart« auf der Royal Mile in Edinburgh, der schon seit dem Jahr 1680 seine Gäste bewirtet. Haggis habe ich übrigens auch sein gelassen ;).

Die Geschichte schreibt Oscar de Muriel wie gesagt im sehr klassisch englischen Stil. Und er kann das, ein absolut gelungenes Werk. Er bezieht die damals typische englische Gesellschaft sehr gut mit ein, ohne es zu übertreiben. Jack de Ripper mordet zu gleicher Zeit, spielt hier aber nur eine Nebenrolle. Als Frey dann in Edinburgh ankommt und mit McGray die Ermittlungen aufnimmt, wird es zum Teil auch mystisch und düster, Gänsehaut und unter die Decke kriechen sind hier auch garantiert. 

Oscar de Muriel übertreibt es aber nie, auch wenn es zunächst an einigen Stellen so wirken wird. Toll ist auch zu welchen Mitteln die beiden Ermittler manchmal greifen, um voranzukommen, damit sie die Steine umgehen können, die Ihnen in den Weg gelegt werden.

Der Autor bleibt, obwohl auch von beiden Ermittlern die familiären Umstände eine Rolle spielen, immer sehr nah an der Haupthandlung. Sein Schreibstil ist sehr gut verständlich und sorgt für Tempo. Die Spannung steigert sich kontinuierlich bis zum Finale.

Die einzelnen Protagonisten werden ausreichend dargestellt so das ich kein Defizit, in dem Bereich, feststellen konnte. 

Der Verlauf der Morde, die Zusammenhänge und die Auflösung des Ganzen sind absolut logisch und nachvollziehbar aber nicht vorhersehbar. Nur in der Höhlen-Szene war mir klar, für wen der vierte Haken gedacht war. Nur ist zu dem Zeitpunkt der Mörder schon enttarnt und müsste nur noch dingfest gemacht werden. Ob es gelingen wird, ist natürlich noch eine andere Frage.

Ein sehr kreativer historischer Krimi, der keine Langeweile aufkommen lässt. 
Dieser Krimi ist perfekt für den Urlaub, und sollte in keinem Krimi-Regal fehlen.

Perfekt bedeutet bei mir 5+ Sterne

Danke noch einmal Maurice Feiel vom Blog https://www.zwischen-den-zeilen.com
Ohne dessen Beitrag ich so schnell wohl nicht auf das Buch aufmerksam geworden wäre.

Ich danke dem Goldmann Verlag für das Rezensions-Exemplar

LG Euer Weltenwandler

Freitag, 7. Juli 2017

Seid gestern endlich vereint, der Winter mit Kaminzeiten ist schon einmal gesichert!



Beschreibung zum 1. Band "Tausendundeine Nacht":

Diese Neuübersetzung von Tausendundeine Nacht macht erstmals die älteste arabische Fassung der berühmten orientalischen Erzählsammlung auch deutschen Lesern zugänglich. Die Übersetzerin Claudia Ott führt uns mit einer Frische und Ungezwungenheit durch das Labyrinth der kunstvoll verwobenen Erzählfäden, daß man meint, Schahrasad selbst zu hören. Nicht mehr ein europäischer Orientalismus spricht durch Tausendundeine Nacht zu uns, sondern endlich der Orient selbst.

Die nächtlichen Erzählungen von Schahrasad, mit denen sie ihren königlichen Gatten verzaubert und so ihre Tötung immer wieder aufschiebt, entführen den Leser in die Welt der Basare und Karawansereien, der weisen Kalifen und verschlagenen Händler, der vornehmen Damen und klugen Ehefrauen, der mächtigen Zauberinnen, Dschinnen und bösen Dämonen. Sie berichten von erotischen Vergnügen und harten Schicksalsschlägen. Wie kein anderes Werk ist Tausendundeine Nacht Inbegriff eines romantischen, exotischen Orientbildes. Dieses Orientbild geht allerdings nicht unmittelbar auf Tausendundeine Nacht zurück, sondern wurde seit dem 18. Jahrhundert von Europäern in die verschiedenen Übersetzungen und Sammlungen hineingetragen. Zudem wurden die Erzählungen dem europäischen Geschmack angepaßt, indem die zuweilen derbe Ausdrucksweise und unverblümte Erotik des Originals durch einen biederen Märchenstil ersetzt wurden. Nachdem Muhsin Mahdi 1984 die weitaus älteste Handschrift aus dem 14./15. Jahrhundert ediert hat, ist es jedoch möglich, die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht in einer von allen Übermalungen, Ausschmückungen und Prüderien der letzten Jahrhunderte freien Form kennenzulernen.

Beschreibung zum 2. Band "Das glückliche Ende"


In einer kleinen Bibliothek in Zentralanatolien, die vor 250 Jahren ein Sammler alter Handschriften erbaute, liegt – versteckt in einem falsch beschrifteten Schuber – ein uraltes Manuskript des Endes von „Tausendundeine Nacht“. Diese sensationelle Entdeckung macht Claudia Ott mit ihrer Übersetzung erstmals der Öffentlichkeit zugänglich.
Über das Ende der Rahmenerzählung von der klugen Schahrasad, die durch ihre Geschichten König Schahriyar davon abhält, sie zu töten, war bisher so gut wie nichts bekannt. Die vollständigen arabischen Manuskripte, die erst im 19. Jahrhundert unter europäischem Einfluss entstanden sind, blenden die Rahmenerzählung fast völlig aus. Erstmals werden nun die letzten 125 Nächte des Zyklus sowie der ausführliche Schluss in einer arabischen Fassung zugänglich, die viele Jahrhunderte älter ist. Claudia Ott versteht es meisterhaft, die Unmittelbarkeit und Frische des arabischen Originals zu vermitteln. Frei von allen europäischen Übermalungen und Ausschmückungen entführt sie den Leser in eine zauberhafte Welt der Paläste und Basare, der weisen Wesire und verschlagenen Händler, eine Welt voller erotischer Abenteuer und böser Streiche. „Ach, Schwester“, seufzte Dunyasad, „wie köstlich ist deine Geschichte und wie schön und süß und angenehm!“

Quelle: C.H. Beck Verlag





Rezension zu "Die Gauner von Pizza Falcone" 
von Maurizio de Giovanni 

Lojacono ermittelt in Neapel 2. Band der Reihe





Genre: Krimi 
Verlag: Rowohlt 
Erscheinungstermin: 28.08.2015

Beschreibung:
Sie sind Polizisten. Sie wurden ausgewählt, weil man sicher war, sie würden scheitern ... Maurizio de Giovanni, Shootingstar der italienischen Krimiszene, legt den zweiten Band der neapolitanischen Serie um Inspektor Lojacono vor. Im besten Viertel Neapels wird eine Notarsgattin tot aufgefunden. Die Dame sammelte leidenschaftlich Schneekugeln, und ausgerechnet eins ihrer Sammlerstücke musste als Tatwaffe herhalten. Nichts deutet auf ein gewaltsames Eindringen ins Haus. War der Mörder ein Bekannter der Frau? Inspektor Lojacono wurde gerade mit ein paar anderen Polizisten in ein neues Kommissariat, Pizzofalcone, versetzt: Sie müssen den Großteil der alten Besetzung ablösen, die in ein skandalöses Drogendelikt verwickelt war. Mit diesem schlechten Ruf schlagen sich die neuen Beamten nun herum, weshalb sie spaßeshalber nur «die Gauner von Pizzofalcone» genannt werden. Doch während der Regen durch Neapels Straßen peitscht, will bei Inspektor Lojacono so gar keine heitere Stimmung aufkommen …

Wieder einmal ein toller Krimi aus der Hand von Maurizio de Giovanni. Lojacono ermittelt jetzt zusammen mit völlig unterschiedlichen Charakteren, die an einem Strang ziehen. Das Bild vom Einzelgänger wird gelöscht und macht die Handlung noch vielseitiger. Gut so!

Auch lässt Giovanni das Kommissariat realer wirken. Er erzählt auch parallel zum Hauptgeschehen über weitere Einsätze von Teilen des Teams und nimmt diese als Gelegenheit, uns Lesern, die Ermittler selbst weiter vorzustellen. Sicher werden diese auch noch ausserhalb der Arbeit erklärt, aber kurz und knackig.
Einer dieser Fälle könnte schon die Einführung zu einem weiteren Buch sein, ob dies so ist, werden wir ja noch erleben, denn er endet hier mit einem raffinierten "Cliffhänger".

Der Autor schreibt hier sehr kompakt und ein Ereignis folgt dem nächsten, das lässt die Geschwindigkeit, beim Lesen, steigen. Sehr schnell meint man die Lösung auf dem silbernen Tablet serviert bekommen zu haben und wird dann dann sehr überrascht.

Maurizio de Giovanni schreibt sehr verständlich, und verknotet die Handlung nicht in komplizierte Stränge, man verliert den Faden nicht, wem das bei ihm passiert, sollte mehr schlafen oder weniger Wein beim Lesen trinken ;) .

" Die Gauner von Pizza Falcone" ist als zweiter Teil der Reihe sehr gut gelungen, da sich sehr viele Dinge um Inspektor Lojacono verändern, und nicht nur einfach ein weiterer Fall, an feste Begebenheiten des ersten Buches, angehängt werden.
Ich habe diesen Krimi wieder sehr genossen,

Maurizio de Giovanni macht dem Genre Krimi alle Ehre. Man fühlt seine Leidenschaft und Kreativität.

Ich kann dieses Buch ( Reihe ) sehr empfehlen. Umd mich wundert es nicht, das Maurizio de Giovanni als Superstar der italienischen Krimiszene gehandelt wird.

Absolute Kaufempfehlung

Ich gebe hier 5 Sterne

LG Euer Weltenwandler

Das Buch gehört übrigens zu den "Sommertipps" meiner Liebsten Buchhandlung Bittner in Köln.
Die Buchhandlung verfügt über einen eigenen Online-Shop.

Donnerstag, 6. Juli 2017

Rezension zu »Erfindung des Abschieds«

von Friedrich Ani

( Tabor Süden Roman Reihe Teil 1)





Genre: Krimi/Thriller
Verlag: Droemer Knaur
Erscheinungsdatum: 13.07.2011


Beschreibung: 

Nach dem Tod seines geliebten Großvaters ist der neunjährige Raphael Vogel spurlos verschwunden. Die zerstrittenen Eltern – und bald auch die Öffentlichkeit und Medien – sind in höchstem Alarmzustand.
Quelle: Verlag Droemer Knaur

Auch ein Buch, das ich mir schon länger vorgenommen habe, nachdem ich »Der namenlose Tag« von Friedrich Ani, schon vor einiger Zeit, gelesen hatte.
Mich interessierte diese Reihe, da ich wissen wollte, ob der Autor auch hier so toll mit Sprache umgeht, und wurde nicht enttäuscht. Also war mein Schottland Urlaub die richtige Gelegenheit, und ich habe dieses Buch an einem Tag in den Highlands, in Kenmore am Loch Tay, durchgelesen.

Zu Beginn ist man natürlich gespannt auf den Fall und aber auch auf den Haupt-Protagonisten. Nur da kam erst mal nichts Eindeutiges von Tabor Süden (dachte ich), und ich fragte mich, ob ich das richtige Buch gekauft hatte ;).  

Aber Ani ist ein Fuchs, er lies erst mal den Leser im Dunklem, und erzeugte damit schon Spannung. Der Fall des verschwundenen Raphael wird sehr tragisch und dramatisch dargestellt und Mitgefühl stellt sich beim Leser ein, da Ani mit seiner Art zu Schreiben dieses sehr stark erzeugt. 

Man fühlt sich zunächst in einer sehr realen Welt, denn Friedrich Ani betreibt keine Effekt-Hascherei, man hat fast das Gefühl die Geschichte beruht auf wahren Tatsachen.
Doch dann kommt Tabor Süden in das Spiel , und es wird auch spirituell. Denn dieser wird nicht umsonst von der Presse »Seher« genannt, da seine Methoden nicht immer der klassischen Polizei-Arbeit gleichen. Das seine Mitmenschen, oft, damit nicht zurechtkommen, wundert mich nicht, denn gerade die deutsche Gesellschaft ist nicht sehr offen, was es angeht, andere Wege zu gehen, als die der üblichen Vorgaben und Regeln. Aber hier muss man auch keine Bedenken haben, denn es wird mit der Spiritualität nicht übertrieben, es hat mehr was von Philosophie des Lebens zu tun, Erfahrungen und Weiterentwicklung unseres Geistes. Was Ängste in uns auslösen und der Vorstellung und Erwartungen vom Glück. Und da sind wir Menschen halt alle verschieden, so wir Friedrich Ani es hier so überzeugend darstellt.

Die Geschichte ist sehr flüssig zu lesen und erfreut mit der Wort- und Satzwahl. Nie war es mir langweilig, obwohl es nicht so vor Spannung im Sinne von Thrill protzt. Die Spannung erzeugt der Autor durch die Entwicklung der einzelnen Protagonisten und deren Reaktionen auf Ereignisse. Und an einigen Stellen kann man sich selbst auch gut mal fragen, was hätte ich an seiner/ihrer Stelle getan oder gedacht. Tabor Süden funktioniert nicht nur als Ermittler sehr gut, sondern auch als Lehrer für das Leben.

Fazit: Friedrich Ani ist einzigartig unter den deutschsprachigen Autoren. Er regt zum Nachdenken an, und verwöhnt mit seinem feinen Schreib- und Erzählstil. Er verwendet seine Krimis nicht nur für Spannung, sondern gibt uns viel mehr. Anstöße uns selbst zu reflektieren.

Bei mir ist es angekommen, und es wird nicht mein letzter Tabor Süden sein.

Gerne 5 Sterne für diesen weiteren Genuss

LG Euer Weltenwandler